So, ihr SEOs, kleine Kniffelaufgabe:

Angenommen ich möchte wie Apple folgende URL-Struktur aufbauen: example.com/products/productname. für die verschiedenen Sprachen möchte ich eine automatische Weiterleitung auf die die entsprechende Seite, also /de/products/productname, auch wenn ich die Sprachoption nicht eingebe, die bevorzugte Sprache soll dann aus dem User-Agent-String rausgesucht werden, Fallback-Sprache ist meinetwegen Englisch.

Was muss ich da SEOmäßig beachten? Google sendet ja wahrscheinlich auch seine bevorzugte Sprache mit, je nachdem für welchen Sprachvariante der Googlebot gerade unterwegs ist. Könnte der Googlebot denken ich verarsche ihn, weil ich jeweils auf ’ne andere Website umleite? Ist ihm das egal?

Und jetzt mal etwas völlig aus der Reihe tanzendes:

Habt ihr euch auch manchmal gefragt, wieso Gleise an bestimmten Bahnhöfen in Deutschland nicht von 1-x durchnummiert sind sondern mit 50, 101 oder 402 starten? Liegt daran, dass diese Bahnhöfe ferngesteuert werden, sie also keine eigenen Häuschen haben, in denen Leuten sitzen, die den Bahnhof und dessen Gleise bewachen, kontrollieren und steuern. Kann aber auch daran liegen, dass es bestimmte Gleise nicht mehr gibt oder sie zumindestens noch da liegen – unter Gebüschen – aber nicht mehr angefahren werden.

Essen-Steele S ist zum Beispiel so ein Bahnhof, hier verkehrt die S1 (Dortmund–Duisburg–Solingen), die S3 (Oberhausen–Hattingen) und die S9 (Haltern am See–Wuppertal). Steele S hat nicht die Gleise 1-4 sondern 101-104, da der Bahnhof von Essen Hbf gesteuert wird. Das würde sonst bedeuten, dass ein Zugführer – das sind die, die gerne mal streiken und das meist völlig zurecht – der Leitstelle sagen würde, dass er „von Gleis 1 auf Gleis 1“ fahren möchte, was ja gar keinen Sinn macht, deswegen die etwas andere Nummerierung. Gilt natürlich auch für Zugführerinnen.

Quellen unter anderem: moebahn.de und zahlreiche Wikipedia-Artikel. Diese Fanboy-Gemeinde des ÖPNV scheint im übrigen ziemlich groß zu sein.

Es ist wahrscheinlich ein gutes Zeichen, wenn die Zeit auf dem neu gekauften Schreibtischstuhl schneller vorbeigeht als auf dem alten, der regelmäßig für Rückenschmerzen sorgte. Was vor allem an der Verstärkung am Steiß und überhaupt dem Vorhandensein einer Lehne liegen könnte, so eine hatte der davor nämlich nicht, nur eine kurze, die ihrem Namen aber keineswegs gerecht wurde. Und jetzt kann ich hier ganz entspannt am Schreibtisch sitzen. Echt gut.


Foto: JohnKochmanski auf flickr, CC BY-NC-SA 2.0

Und so liegt man, so wie jetzt, abends im Bett nachdem man am gleichen Tag seine Abschlussprüfung geschrieben hat. Ziemlich fertig vom Tag, fertig vom vielen schreiben, herauskramen von Wissen aus jedem erdenklichen Hirnlappen, fertig vom langen Prüfungstag. Den Umschlag von der praktischen Prüfung, trotz Neugier, ungeöffnet auf dem Schreibtisch liegen haben, weil man erstmal nichts mehr von der Prüfung hören möchte. Sich nochmal darüber ärgern, wie mies das Papier war, wie sämtlich Geschriebenes verschmierte, wie sich gedruckte Farbe auf andere Seiten durchdrückte, wie unschön es sich anfühlte. Eine Prüfung für Mediengestalter, Leute, die sich mit Print- und/oder Digitalprodukten auskennen, und dann so was. Geschenkt. Aber Aufgabenblock 3, Medienproduktion. Matheaufgaben über Matheaufgaben, Fragen zu Themen, die nie irgendwie genannt wurden, völlig entgeisterte Gesichter und genervte Worte nach 90 Minuten. Insgesamt aber ein gutes Gefühl haben, das Gefühl diesen großen Batzen an zuviel Gelerntem hinter sich gelassen zu haben, zu denken bestanden zu haben, sich auf das Ergebnis aber noch ein paar Wochen gedulden müssen.

Und so liegt man da, ist erschöpft und wusste den ganzen Tag eigentlich nichts mehr mit sich anzufangen. Kein Griff zum Lernordner, kein Aufruf der zahlreichen Lerngruppen bei facebook, dessen Benachrichtungseinstellungen man nach 1000 Mails täglich doch mal ausstellte, keine Fragen von anderen wie man das und das gelernt hat. Nichts. Leere. Ungewissheit. Endlich wieder Zeit für sich haben. Während der Lernphase gemerkt haben, wieviel man doch eigentlich machen könnte, wenn man nicht gerade lernen müsse. Bücher lesen, Podcasts wieder entdecken, Sport treiben, den Jobfindungskram weiterführen, Ämter und so anrufen, Freunde treffen ohne zu denken „nicht zu lange zu machen weil man ja noch lernen möchte am nächsten Tag“, Omi besuchen, einfach rumhängen, nicht vorm Rechner hocken, anderen helfen und dabei vielleicht doch wieder vorm Rechner hocken, Geldverdienpläne schmieden, auch endlich mal art directed blogging einführen, etc.

Wie man da so liegt und diese Zeilen niederschreibt, könnte man auch einfach schlafen und den Tag abschließen. Genau so wie jetzt.