Eine Fahrt mit dem HKX (Hamburg-Köln-Express)

Vor ein paar Wochen war es soweit und ich konnte Svenja in Hamburg besuchen. Wie ihr euch vielleicht – eher nicht – erinnert, suchte sie letztes Jahr eine Wohnung in genau dieser Stadt und schien zwischenzeitlich eine gefunden zu haben. Wie auch immer, wir machten ein Wochenende klar und ich hatte das wunderbare Glück eine Fahrt mit dem HKX von Essen nach Hamburg für 17,50 EUR buchen zu können. Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass es bei der Bahn so ab 35,– EUR für diese Strecke losgeht.

Da ich das ganze recht spannend fand, schließlich ist der HKX noch ein recht neues Produkt – auch wenn Bahn fahren an sich jetzt nicht so die Innovation ist –, entschloss ich mich meine Eindrücke loszuwerden. Auch Herr 18zehn war sehr interessiert daran zu erfahren, wie denn wohl so eine Fahrt mit dem HKX ist. Kurz gesagt: man macht nichts verkehrt und kommt ohne Sitzfleischanstrengung an.

Pünktlich – wie in pünktlich

Es fing an einem Freitag morgen an. Ich stand etwas überpünktlich mit einem Liter Kakao und einem Brötchen bewaffnet am Gleis am Hauptbahnhof Essen und wartete auf den HKX aus Köln in Richtung Hamburg. Er kam dann auch und zwar: pünktlich! Zur eigentlichen Pendlerzeit. Erster Pluspunkt.

Der HKX fuhr recht langsam ein, es wirkte als würde er jeden Moment anhalten. Da ich mir einen Sitzplatz reserviert hatte, dachte ich, dass ich nun etwas nach hinten laufen müsse, da mein Wagen recht weit hinten lag. Tat ich dann auch, jedoch setzte sich der Zug dann doch nochmal in Bewegung, und das nicht gerade kurz. Also wieder umkehren und circa das dreifache an Weg wieder nach vorne laufen. Da dann die hinterste Tür des Wagens defekt war – es waren übrigens mehrere defekt –, musste ich auch nochmal eine Wagenlänge weiterlaufen um schlussendlich im richtigen Wagen zu sitzen. Den Zugführer stelle ich mir heute noch mit einem Trollface vor.

HKX_Hamburg_Koeln_Express

Die Züge und Sitze

Derzeit werden auf dem HKX noch recht alte Züge verwendet, unter anderem vom aus den 1960-er Jahren verkehrenden Rheingold. So genau kenne ich mich da nicht aus – es sei der Wikipedia-Artikel zum HKX empfohlen –, jedenfalls hat die Fahrt mit dem HKX etwas leicht nostalgisches, wenn man in diesen alten Zügen sitzt. Die Sitze sind noch richtig durchgepolstert, es gibt eigene Abteile á sechs Plätzen sowie Glas-Schiebetür und Vorhängen, höhenverstellbare Kopfstützen und eine Klimaanlagen-Heizungs-Belüftungs-Kombi am Fenster.

Die Sitze sind ultrabequem! Wenn man einen Platz reserviert hat, findet man diesen recht schnell, da alles gut ausgeschildert ist, sowohl Wagennummer als auch Sitznummer – wenn man nicht wie ich denkt, dass man Platz 17 hat, diesen nicht findet und entnervt und voller Panik feststellt, dass es dann doch Platz 71 ist. Mein Abteil war zur Fahrt übrigens voll besetzt, aber jeder hatte unglaublich viel Beinfreiheit.

Für die Nerds: es gibt kein WLAN.

Hier noch ein Bild des Popos einer mitreisenden Person:

HKX_Hamburg_Koeln_Express_Popo

Speisen und Getränke

Apropos Kaffee: der Service an Board erinnerte mich ein wenig an Flugzeug-Boardservice. Ich denke mal, dass die Servicekräfte auch entweder darauf geschult wurden oder gar der Flugbegleiter-Branche entstammen. Jedenfalls kam in regelmäßigen aber nicht nervigen Abständen jemand mit einem Rollwagen vorbei und fragte freundliche ob Kaffee oder Schnittchen gereicht werden sollen. Man sollte aber rechtzeitig überlegen, ob man nicht bald doch etwas Durst haben könnte, denn so oft kamen die Leute auch nicht wieder vorbei.

Nach 3 1/2 Stunden oder so, ich weiß es nicht mehr genau, kamen wir dann in Hamburg an – auf einem anderen Gleis, da das geplante dann doch irgendwie besetzt war, und zudem auch noch ein paar wenige Minuten später, was aber ebenfalls am belegten Gleis lag.

HKX_Hamburg_Koeln_Express_Fensterblick

Fazit

Eine Fahrt mit dem HKX macht gerade mit den alten Wagen ziemlich viel Spaß, außerdem auch weil die Sitze unglaublich bequem sind und man ziemlich viel Platz im Abteil hat. Dazu dann noch der etwas nostalgische Charakter. Derzeit gibt es wohl immer noch Angebote mit denen man ab 17,50 EUR von Essen nach Hamburg kommt – wie das von Köln aussieht kann ich nicht sagen. Für die Ruhrgebietler vielleicht ganz interessant: der Zug hät auch nochmal in Herne-Ost Gelsenkirchen und vorher in Duisburg.




Veröffentlicht von

Michel Balzer

Michel ist der Autor des Pixelscheucher-Blog und bloggt seit ca. 2004. Er arbeitet in Essen als Frontend-Entwickler und -Designer in einer kleinen Agentur. mehr über Michel und den Pixelscheucher.

14 Gedanken zu „Eine Fahrt mit dem HKX (Hamburg-Köln-Express)“

  1. Hin und Rückreise mit dem HKX gebucht. Beide Züge wurden betriebsbedingt ersatzlos gestrichen.Somit mussten wir für insgesamt 280 € mit der Bahn fahren. Ob wir die Mehrkosten erstattet bekommen werden wohl die Anwälte klären.

    Fazit: nie wieder HKX! Leute bucht lieber mit der DB. Da gibt es wenigstens alternativen falls mal ein Zug ausfällt

  2. Die sind auch schon viel zu teuer geworden. Jetzt wurde sogar der Rabatt gestrichen wenn man eine Hin- und Rückfahrt bucht. Scheiss laden haben mit günstigen Preisen gelockt und nun haben Sie schön erhöht.

  3. Guter Artikel! Diese dämliche Stimmungsmache in einigen Kommentaren auf dieser und anderen Seiten lässt mich sehr an bezahlte PR durch die Deutsche Bahn denken. Ich war mit dem HKX sehr zufrieden und würde ihn immer wieder in Anspruch nehmen!

    1. Wer weiß, wer weiß … auch bei der Bahn geht einiges schief, wieso sollte da der HKX verschont bleiben? Mal hat man Glück, mal nicht.

      Gute Fahrt weiterhin.

  4. Vor allem sollte man mal die Hintergründe erfragen warum ein Zug ausfällt oder zu spät kommt! Leider sind heute alle viel zu gestresst, Leute entspannt euch! Ich find HKX genial!

  5. Muss mich anschliessen, dem Kommentar zum Zugausfall.
    HKX – Sehr unzufriedenstellend.
    Wenig Platz – okay. Nehm, ich in Kauf.
    Schlechtes „Krisenmanagement“ – nicht okay.
    Wie kann es sein, dass ein HKX auf einer Strecke umgeleitet wird, was ich erst am Abfahrtsbhf. erfahre, der natürlich wegen der Umleitung NICHT angefahren wird und die DB die exakt gleiche Strecke mit nur einer zeitlichen Differenz von 7 Minuten fährt?! Ohne Umleitung? Ich musste mir also ein DB-Ticket kaufen und kam so ohne weitere Probleme nach Hause. Das Telefonat mit der HKX-Hotline war teuer und nicht kundenonrientiert/informativ, also überflüssig. Der Versuch, die Ticketkosten vom HKX erstattet zu bekommen, ist ein schwieriges Unterfangen. Falsche Informationen auf der Homepage (man solle ANTWORT auf dnhe Brief schreiben, dann müsse man kein Porto zahlen – FALSCH, geht nur bei Firmenvordruck, nicht bei handschriftlicher Eigenregie, musste also Porto zahlen) , unfreundliche Antwort per Mail aus Textbausteinen, die gar nicht zur Situation passen, keine Entschuldigung, keine Erklärung, nichts – das war das letzte Mal. Ich mag die DB gewiss nicht – aber im Fall des Falles bekommt man Antworten und auch Gelderstattung und fühlt sich besser betreut und als Kunde ernstgenommen.
    Mit der DB habe ich zwölf Jahre Erfahrung als Vielreisende und habe 3 Reklamationen gehabt, die professionell geregelt wurden. Mit dem HKX bin ich 3 mal gefahren, zur 4. Fahrt kam es nicht (was nicht an mir lag) und eine 5. wird es nicht geben. Es ist ein Risiko – läuft bei denen was nicht nach Plan, dann ist es Dein Pech. Das Schlimmste ist aber, dass sie keinen Hehl draus machen, wie egal es ihnen ist, was die Kunden denken.

      1. Dem HKX muss ich nun doch zugute halten, dass ich jetzt die Fahrtkosten erstattet bekam. Ich habe auch wirklich meinen Unmut per Mail da deutlich gemacht und dann gab es auch noch mal eine „persönliche/individuelle“ Antwort.
        Wohingegen mich dann jetzt als Hamburg-Köln-Mainz-Pendlerin das Chaos der DB in Mainz arg traf, als da gar nichts ging (das Personalproblem). Das war alles so unglaublich, diese Nicht-Kommunikation, diese Unfähigkeit, diese Konzernpolitik, die auf völlig falschen Werten fährt – mann, war ich da angekotzt, wie viele Tausende auch.
        Dagegen nehmen sich meine Erfahrungen mit dem HKX gar pardiesisch aus. So wünscht man sich wirklich ein Auto – als ob das eine Lösung wäre.

      2. Na, das hört sich doch schon mal super an mit der Rückerstattung. Beschweren ist in so einem Fall natürlich immer gut.

        Das mit dem Bahnchaos in Mainz habe ich sporadisch mitbekommen.

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